Sinnkrise

Der Faschingsdienstag war eigentlich ein Dienstag wie jeder andere (wenn man mal vom Faschingsumzug absieht, den wir allerdings links liegen haben lassen). Und Dienstag heisst Sport-Tag. Im Winter eben Skitour oder Rodeln. Also gab es den – an und für sich guten – Plan, den Faschingsdienstag wie schon im Jahr zuvor wieder auf der Tulfeinalm ausklingen zu lassen. Ein kleiner Spaziergang von Tulfes auf die Tulfeinalm war also geplant. Der Weg war schon bekannt, die Fahrtgemeinschaften organisiert. Dann, wenige Minuten vor der Abfahrt, wollten wir noch ganz sichergehen und uns auf der Alm anmelden (damit noch genügend Kuchen da ist, wenn wir ankommen), da gab es per Telefon die Hiobsbotschaft: Die Tulfeinalm macht am Faschingsdienstag früher (d.h. schon um 17:30 Uhr) Feierabend.

Hektische Beratschlagungen im Auto folgten, was einen Alternativplan betraf, immer wieder unterbrochen von Mampf, der die Situation mit einem Wort auf den Punkt brachte: Sinnkrise.

In den Diskussionen, die folgten, kristallisierte sich der Patscherkofel als Alternativziel heraus. Es war zwar nicht Donnerstag und damit offizieller Nacht-Pistenskitourentag am Kofel, aber wir waren noch früh genug dran, damit die Tour als Abendskitour durchgehen konnte. Also machten wir uns auf zum Heiligwasserparkplatz, wo Ski und Schneeschuhe angeschnallt wurden. Anfangs noch gemütlich (bis man von der Rodelbahn auf die Skipiste wechselte) und dann steil bzw. zwischendurch noch steiler gings dann nach oben zum Schutzhaus. Die Bahn war zwar schon seit einiger Zeit geschlossen, die Dämmerung auch schon hereingebrochen, aber dennoch kamen uns immer wieder Skifahrer entgegen. Es lebte also die Hoffnung, ein noch geöffnetes Schutzhaus vorzufinden.

Doch daraus wurde leider doch nichts mehr. Als wir endlich am Schutzhaus ankamen, war dieses zwar noch geöffnet, allerdings blieb uns nur die Zeit, uns im Warmen umzuziehen. Um etwas zu trinken (und dabei an die guten, großen Kuchen der Tulfeinalm zu denken), waren wir leider zu spät dran. So ging es auch ohne lange Pause wieder an den Rückweg. Bei diesem wurde uns bewusst, wie angenehm unser reguläres Ziel war, denn statt entweder frisch präparierter Naturschneepiste oder Tiefschnee, hatten wir es hier mit (zumindest teilweise) eisigem Kunstschnee zu tun. Und präpariert wurde auch erst nachdem wir wieder im Tal waren. 😡

So war der Kofel zwar mal eine Abwechslung, aber alles in allem fühlen wir uns auf der Tulfeinalm doch besser aufgehoben.