Frühjahrsausfahrt 2014, Tag 1: Splügenpass

29. Mai 2014

Bei schon traditionell schlechtem Wetter, diesmal hatten wir am Malojapass allerdings nur Regen und keinen Schneefall, ging es 2014 wiederum über St. Moritz nach Chiavenna. Zwar lag unser eigentliches Ziel am Luganosee, aber der Splügenpass nach etwa zwei Dritteln Fahrzeit wartete auf uns. Bei unserem Startpunkt in Campodolcino gab es einen schnellen Kaffee, dann trennten wir uns von Tom, der mit dem Auto noch ein paar Kilometer weiterfuhr, um das Bike dann unseren Trail hinaufzuschieben. So konnte er uns auch schon beim Start sagen, was uns ungefähr erwarten würde, nämlich ein Trail der Kategorie S2/G3.

Für den Rest von uns ging es dann bei etwas frischen Temperaturen und einem noch frischeren Wind die nicht gerade verkehrsarme Splügenpasstrasse entlang. Aber als wir nach etwa 75 Minuten und 800 Höhenmetern den Lago di Montespluga erreichten, mussten wir erkennen, dass uns der Splügenpass wohl auch 2014 nicht sehr wohlgesonnen war: konnten wir bei der Auffahrt ab und zu im Schatten ein bisschen Schnee sehen, so nahm er nun Überhand. Und auch der See selber war noch mehr oder weniger zugefroren. Noch mehr an Höhe zu gewinnen wäre wohl sinnlos gewesen, da der geplante Trail unter einer Schneeschicht versteckt und damit wohl unfahrbar gewesen wäre. Also wurde der Plan dahingehend geändert, dass wir in Montespluga unsere Mittagspause einlegen würden.

Gesättigt und ausgeruht ging es nun wieder zurück zur Staumauer, wo Tom schon auf uns wartete. Dort begann auch unser Trail: der Sentiero del Cardinello. Nach einer kurzen Suche nach dem Start des Trails (der eigentlich eh offensichtlich war), nahmen wir die Abfahrt in Angriff. Wir waren schon sehr gespannt, denn beschrieben worden war sie uns mit „ähnlich wie Val d’Uina“ nur fahrbar. Der Trail wartete dann aber doch mit ein paar Überraschungen und Gemeinheiten auf und flüssig fahrbare Wegstücke wechselten mit solchen ab, die für die meisten von uns (d.h. für alle außer für Tom) unfahrbar waren. Wir waren auch so sehr auf den Weg konzentriert, dass wir auch kaum merkten, dass es rechts von uns doch teilweise recht weit nach unten ging und ein Sturz nicht ratsam gewesen wäre. Nach wenigen Minuten wurde der Trail aber auch für uns flüssig befahrbar und so ging es recht zügig bergab. Kurz vor Isola gab es dann noch einen kurzen Anstieg, den aber auch Tom mit seinem Single-Speeder recht problemlos bewältigen konnte. Der Lohn für diese Mühen war ein weiterer (kurzer) Trail nach Isola, wo wir uns dann von Tom verabschieden mussten, da hier sein Auto geparkt war.

Wir andere bogen in einen Forstweg ein und vermuteten, dass uns dieser nun noch gemütlich auch bis zu unserem Ausgangspunkt bringen würde. Aber man soll einen Weg nie nach seinem Anfang beurteilen: schon bald wurde aus dem Forstweg ein Trail, bei dem jeder von uns gefordert wurde. Leichte, schnelle Wegstücke wechselten sich mit Stein- oder Wurzelpassagen ab und immer wieder gab es auch kurze Bergauf-Schnapper. Zeit zum Entspannen gab es keine. Ein paar Pannen später (der niedrige Luftdruck rächte sich im Zusammenhang mit fiesen Steinen), war auch dieser Trail zu Ende und wir fuhren mit einem breiten Grinsen im Gesicht zurück nach Campodolcino, wo wir mit einem Radler von Ladi auf die erfolgreiche Tour anstießen.

Tourdaten:

Höhendifferenz: 1100hm
reine Fahrzeit: 4h
Strecke: 30km